Impfung bei Jugendlichen

Liebe Schülerinnen und Schüler,

 

wir stehen hinter den Empfehlung der STIKO und halten die anfängliche Zurückhaltung bezüglich der Impfempfehlung bei Jugendlichen zwischen 12-15 Jahren und zuletzt bei Kindern zwischen 5-11 Jahren für richtig. Der persönliche Nutzen der Impfung ist für Kinder und Jugendliche dermaßen gering, dass es lange nicht eindeutig war, ob der Nutzen überhaupt dem (sehr geringen) Risiko der Impfung überwiegt.

 

Es wäre für die Allgemeinbevölkerung zweifelsohne vorteilhaft, wenn alle Kinder geimpft würden, weil dadurch die Älteren und Ungeimpften geschützt wären. Wir sehen als Ärzte jedoch unsere Aufgabe immer darin Dich persönlich zu beraten. Wenn Du keine Vorerkrankungen hast, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du schwer an COVID erkrankst extrem gering.

 

Wir halten es für eine Katastrophe, was Euch in der Pandemie angetan wurde. Deutschland ist ein Solidarstaat, in dem die Stärkeren die Schwächeren schützen und das ist gut so. In dieser Krise seid Ihr die Starken, weil Euch das Virus kaum etwas anhaben kann. Um die Schwächeren zu schützen, musstet Ihr viel über Euch ergehen lassen. Ihr habt damit bezahlt, dass Ihr Eure Freunde nicht treffen konntet, nicht zum Sport oder zur Musik gehen, an keinem Gemeinschaftsunterricht teilnehmen konntet uvm.

Dass Ihr Euch nun auch impfen sollt, um die Älteren und vor allem die Ungeimpfen zu schützen ist der - hoffentlich abschließende - Höhepunkt. Wenn Ihr Euch impfen wollt, um z.B. Eure Großeltern zu schützen, ist das sehr nobel von Euch und Ihr könnt Euch gerne einen Termin für eine Impfung bei uns buchen. Aus unserer Sicht müsste es viel klarer kommuniziert werden, dass wir Kinder in erster Linie gegen COVID impfen, um Erwachsene zu schützen und nicht die Kinder selbst. Wir halten uns vorerst an die Altersbeschränkung ab 12 Jahren, auch weil wir es aktuell für wesentlich wichtiger halten, Erwachsene zu impfen.

 

 

Herzliche Grüße,

 

Euer Team der Praxis Münsterstraße

 

 

 

-- Wissenschaftliche Daten aus Großbritannien:

Die Mortalität, d.h. das Risiko an COVID zu versterben, lag im Vereinigten Königreich bei unter 18-Jährigen bisher bei 2 zu 1.000.000. Da hier alle unter 18-Jährigen berücksichtigt wurden, beinhaltet die Statistik auch schwerst vorerkrankte Kinder und Jugendliche.

 

-- Wissenschaftliche Daten aus den USA und Isreal:
In der Altersgruppe der 12- bis 17-jährigen männlichen Impflinge sei mit einer Häufigkeit von bis zu 70 pro 1.000.000 mit einer (Peri)myokarditis als Komplikation bei vollständig Geimpften zu rechnen. Gleichzeitig würden in dieser Altersgruppe 2 Todesfälle und 71 Intensivbehandlungen aufgrund von Covid-19 sowie 5.700 Sars-CoV-2-Infektionen verhindert. Bei weiblichen Impflingen liege die (Peri)myokarditis-Häufigkeit bei rund 10 pro 1.000.000 Geimpften bei Verhinderung eines Todesfalls und von 38 Intensivbehandlungen aufgrund von Covid-19 sowie 8.500 Sars-CoV-2-Infektionen.